Tagebuch Belin

Donnerstag, 01. Februar 2024 - Linus Gerhard

Um fünfzehn Uhr haben wir uns am Bahnhof Altona getroffen. Als der ICE einfuhr, luden die Männer die Koffer in den Zug, die Knaben folgten und der Zug konnte losfahren. Wir alle waren ein wenig aufgeregt, da auf diesem besonderem Probenwochenende auch ein NDR-Journalist anwesend war, für einen Beitrag in der Fernsehsendung das!. Angekommen im Berliner Hauptbahnhof, hat Jan die Reisegruppen vorgelesen. Jeder Mann über achtzehn Jahre hatte eine kleine Gruppe von ein paar Knaben und Männern bekommen. Diese Reisegruppen werden zum Beispiel hier am Berliner Hauptbahnhof verwendet, damit alle zusammen bleiben. Wir fuhren mit der S7 nach Nikolassee und gingen von der S-Bahnstation noch ein paar Meter zu Fuß, über eine breite Straße mit einer katastrophalen Ampelschaltung, man kam gerade so herüber, wenn man gesprintet ist; insgesamt sind wir in drei Gruppen auf die andere Seite gekommen. Vor der Jugendherberge am Wannsee gingen Jan und Nóra hinein, wir folgten wenig später. Die Koffer ließen wir in der Lobby stehen und wir bekamen von Nóra ein orangenes Bändchen, das wir zum Abendessen benötigten. Das Essen war sehr lecker, nach dem Essen konnten wir nur kurz unser Zimmer beziehen, denn wir probten wir morgen noch einmal die Odyssee durch. Im Saal, wo wir probten, war allerdings wegen eines Wasserschadens eine Plane ausgelegt, damit sollten wir am nächsten Tag nochmal Spaß haben. Nach der Probe gingen alle Knaben zu Bett.

Vor der JugendherbergeVor der Jugendherberge

Freitag, 02. Februar 2024 - Albert Ivkin

Das Aufstehen fiel dafür, dass es die erste Nacht in der Jugendherberge war, erstaunlich leicht. Spätestens zu diesem Zeitpunkt ist allen aufgefallen, dass man sich eine Dusche mit dem Nachbarzimmer teilt. Um kurz vor acht gingen oder rannten alle runter zum Frühstück in den Essensraum. Das erste Frühstück entsprach etwa dem, was wir aus dem Sunderhof kannten. Zusätzlich sollten wir ein Lunchpaket schmieren, da wir die nächste warme Mahlzeit erst abends am Wannsee essen würden.

Nach dem Frühstück probten wir nochmals allein die Odyssee, bevor wir sie zum ersten Mal mit den Berliner Philharmonikern singen würden. Wir packten schnell unsere Noten und Lunchpakete ein, bevor wir uns trafen, um zur Philharmonie zu fahren. Wir gingen los und fuhren mit S7 und U2 durch Berlin. Auf dem Weg dorthin mussten wir das letzte Stück zu Fuß gehen und mitten in Berlin sahen wir eine lebensgroße Giraffe aus bunten Klemmbausteinen.

Vor der PhilharmonieVor der Philharmonie

An der Philharmonie angekommen warteten wir auf zwei Nachzügler, um sie mit rhythmischem Klatschen zu empfangen. Wir gingen in einen stickigen Raum und hatten vor der Probe Zeit, um unsere morgens gepackten Lunchpakete zu verspeisen. Die Probe verlief erfolgreich und brachte uns der Musik näher. Auch klärte André Krigar, der Bruder des Komponisten, einige Unklarheiten bezüglich der Aussprache des Chorals Καλυψώ, Kalypso, den wir im altgriechischen Original singen. Eine weitere Schwierigkeit ist die teilweise an Unmöglichkeit grenzende Notation des Rhythmus, der sich als Triolen einfacher vorstellen lässt.

ProbeProbe mit den Philharmonikern Philharmonie SaalIm großen Saal der Philharmonie

Da es einigen Beteiligten, unter anderem dem Dirigenten Raphael Haeger nicht mehr gut ging, wurde die Probe vorzeitig beendet. Dadurch hatten wir noch Zeit, um im Großen Saal der Berliner Philharmonie zu singen und einige Fotos zu schießen. Doch bevor er frei wurde, mussten wir noch etwas warten: Diese Zeit nutzten wir draußen für das Namensspiel, ein interaktiver Zeitvertreib, bei dem man nebenbei die, teilweise gleichklingenden, Namen der anderen Sänger lernen kann. Danach wurden wir zum Ablegen der Taschen und Jacken in einen Raum geführt, in den drei Nachtzugabteile reinpassen. Wir machten wie versprochen einige Fotos und sangen einige Minuten im berühmtesten Konzertsaal Europas. Bevor wir zurückkonnten, mussten wir noch etwas warten und fuhren zurück an den Wannsee.

Samstag, 03. Februar 2024 - Linus Gerhard

An diesem Tag verlief alles wie immer. Nach dem Aufstehen und dem Frühstück wurden die Johannespassion sowie die Odyssee geprobt. Vor dem Mittagessen kam noch Thilo Thomas Krigar vorbei und wir probten gemeinsam nochmal die Odyssee. Nach dem Mittagessen haben wir das Johannespassionsquiz gemacht und anschließend weiter die Johannespassion geprobt. Immerhin hatten wir jetzt am Samstag einen Probenraum, denn am Freitag konnten wir wegen des Wasserschadens nicht mehr in den Saal, sodass wir, bevor wir in die Philharmonie fuhren, in der Eingangshalle zwischen mehreren Treppen probten, weil dort ein Klavier stand. Jetzt steht eben dieses Klavier im Seminarraum Charlottenburg und wir haben dort heute geprobt. Nach dem Abendessen gab es ebenfalls noch eine Probe, nur die Tradition danach zu kegeln musste aufgrund der nicht vorhandenen Kegelbahn ausfallen.

TischkickerFreizeit ProbenraumIm Probenraum

Sonntag, 04. Februar 2024 - Linus Gerhard

Eine Abreise von einem Probenwochenende kann man sich wie eine Anreise nur umgekehrt vorstellen. Genau so ist auch diese Abreise verlaufen. Nach dem Frühstück haben wir die Betten abgezogen und die Koffer in begehbare Gitterbox in der Garage der Jugendherberge gebracht. Anschließend folgte eine Probe. Nach dem Mittagessen fuhren wir dann mit der S7 von Nikolassee zum Hauptbahnhof. Die Koffer wurden am Bahnsteig gelagert, eine Reisegruppe bewachte sie, der Rest ging in die Geschäfte am Hauptbahnhof. Später luden die Männer die Koffer wieder in den ICE und die Fahrt konnte beginnen. Ich persönlich habe mir auf der Fahrt die Ergebnisse des Quizes angeschaut, um die kreativsten Antworten herauszusuchen. Angekommen in Hamburg-Altona haben die Männer die Koffer wieder aus dem Zug geholt und anschließend ist jeder nach Hause gefahren.